Wie werden wir morgen arbeiten? Prof. Dr. Jutta Rump zur Zukunft der Arbeitswelt

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Im aktuellen Faktor A, dem Arbeitgebermagazin der Arbeitsagentur, beantwortet Prof. Dr. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen, Fragen zur Zukunft der Arbeitswelt. 

Derzeit und in Zukunft verändern sich Berufsbilder rasant, an der Schnittstelle von Mensch und Maschine entstehen neue Berufe, andere verschwinden ganz. Immer neue Wettbewerber*innen und Geschäftsmodelle kommen auf den Markt. In dieser Welt des Wandels werden die Arbeitnehmenden selbst zur einzigen Konstante und zum Garanten für Beschäftigungsfähigkeit – sowohl für die eigene als auch für die des Unternehmens. Die Arbeitnehmenden müssen einerseits selbst für ihre Arbeitsmarktfitness sorgen, andererseits sind Betriebe, die Beschäftigungsfähigkeit fordern, in der Verantwortung, diese zu fördern.

Jutta Rump betont, dass Lernbereitschaft und -fähigkeit, Veränderungsbereitschaft und -fähigkeit nötig sind. Darüber hinaus die Fähigkeit, mit Schnelligkeit und Komplexität umgehen zu können und mit einer Fülle von Daten. Aus ihrer Sicht kommt es vor allem auf die überfachlichen Kompetenzen an. In diese sollte investiert werden, um sich beschäftigungsfähig und arbeitsmarktfähig zu halten. Als wichtigstes Ausbildungsfach sieht sie demnach Selbstständigkeit und Eigenverantwortung: Mitdenken! Verantwortung übernehmen.

Da es die Sicherheit eines Arbeitsplatzes nicht mehr gibt, und auch die Gewissheit eines Beschäftigungsverhältnisses unsicher ist, hat dies enorme Auswirkungen. Ähnlich wie Prof. Jutta Allmendinger (WZB) zieht sie einen Vergleich heran: alle würden ihr Auto permanent überprüfen lassen und zur Inspektion bringen. Dies müssten sie mit sich selbst auch machen: "Bringen sich die Leute eigentlich auch regelmäßig selbst zur Inspektion?" 

Sie verweist darauf, dass Beschäftigungsfähigkeit, Employability, aus drei Elementen besteht:
1. Qualifikation und Kompetenzen: was eine Stelle jetzt und in Zukunft vom Arbeitnehmenden verlangt.
2. Motivation: Am besten sollte ein Mensch, der employable ist, auch einen inneren Antrieb haben für das, was er tut – so was wie Identifikation.
3. Gesundheit: Die Förderung von Employability hat einen Bezug zur präventiven Gesundheitsförderung. Neben dem körperlichen Wohlbefinden stehen der Umgang mit mentalen Belastungen und der Abbau von negativen Stresssituationen im Blickpunkt. 

Was die Veränderungen für Unternehmen und Führungskräfte an Anforderungen weiter bedeutet, stellt sie im Interview mit Faktor A dar. Lesen Sie selbst! (Und stellen Sie der Expertin Ihre Fragen)