"Digitalisierung: Viel Lärm um nichts oder kommt da noch was?"

HTML Code auf einem Monitor

Foto: Markus Spiske - Unsplash.com

So lautet die provokante Überschrift einer neuen Studie von KfW Research, die populäre Thesen zu den Arbeitsmarkt­wirkungen der Digitalisierung untersucht.

Zentrale Feststellungen des Autors Martin Müller sind:

  • Die negativen Auswirkungen der Digitalisierung werden in der öffentlichen Debatte oft übertrieben, das weckt unnötige Ängste.
  • Der Struktur­wandel hat sich in den letzten Jahr­zehnten verlangsamt. Das hat hohe Arbeitsplatz­sicherheit geschaffen. Ein Schwinden der Arbeits­einkommen durch Automatisierung ist für die nahe Zukunft unwahrscheinlich.
  • Leider werden auch die positiven Effekte überzeichnet. Angesichts der demo­grafischen Entwicklung ist das schwache Wachstum der Arbeitsproduktivität bedenklich.
  • Digitalisierung und Automatisierung bieten die Chance, die Produktivitäts­schwäche zu überwinden. Dazu bedarf es jedoch des Abbaus von Investitions- und Innovations­defiziten sowie einer digitalen Bildungs­initiative, die auch den hohen Anteil Geringqualifizierter reduziert.
     

Auf folgenden drei Feldern wird Handlungsbedarf gesehen:

  1. Steigerung von Investitionen und Innovationen. Zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und zur Bewältigung der demografischen Herausforderungen ist eine Investitions- und Innovationsoffensive erforderlich (wie sie die USA und China gestartet haben).
  2. Ausbau der digitalen Infrastruktur, aktuell vor allem beim Breitbandausbau, bei Online-Services von Behörden und bei der digitalen Vernetzung zum Datenaustausch.
  3. Förderung von (digitaler) Bildung und Weiterbildung. Hier müssen Bund, Länder und die Arbeitsmarktparteien zusammenarbeiten, wenn alle Bevölkerungsgruppen am digitalen Fortschritt und seinen Wohlstandszuwächsen teilhaben sollen.

 

Link zur KfW-Studie als PDF-Dokument (382 KB)