Kleine Formatkunde: Bindestrich oder Gedankenstrich – welcher Strich wofür?

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass es in Ihrem Textverarbeitungsprogramm einen langen Gedankenstrich und einen kurzen Bindestrich gibt und Sie haben sich gefragt:
1. wo liegt eigentlich der Unterschied und
2. wie erzeuge ich die unterschiedlichen Strichlängen z.B. in „Word“?

Hier kommt die Lösung:

1. Der kurze Bindestrich (-)
Mit dem kurzen Bindestrich (auch „Koppel-Strich“) wird die Zusammengehörigkeit von Wortteilen und zusammengesetzten Begriffen gestärkt.
Er wird eingesetzt:

  • zur standardisierten Schreibweise des Datums (2012-02-03)
  • als Ergänzungsstrich (Groß- und Kleinschreibung)
  • bei Zusammensetzungen mit Buchstaben und Ziffern (10-jähriges Bestehen)
  • als Koppelungsstrich (ber-IT-Beratungszentrum)
  • zur Verdeutlichung von Zusammensetzungen (Word-Anwendung statt Wordanwendung)
  • zur Worttrennung am Zeilenende


2. Der lange Gedankenstrich (–)
Der lange Gedankenstrich (auch „Streckenstrich“ oder „Halbgeviertstrich“) hat eher eine trennende Funktion.
Er wird eingesetzt:

  • als Gedankenstrich (Anbei – wir hatten ja darüber gesprochen – die Aufstellung meiner Ideen)
  • als Strecken- und Bis-Strich (Berlin – Potsdam, 1912 – 2012)
  • in Wortgruppen (titel – thesen – temperamente)
  • bei Gegenüberstellungen (Fahrad – Auto)
  • zur Kennzeichnung von Pausen (Auf die Plätze, fertig – los!)
  • als Minuszeichen (–20°C in Berlin, 4 – 2 = 1)
  • als Auslassungsstrich ("Hurra! Hu–!")
  • als Gedankenstrich zwischen Interpret und Titel (Nena – 99 Luftballons)


3. Die Anwendung in „Word“

So erzeugen Sie den langen Gedankenstrich per ‚Hand‘:
Sie drücken gleichzeitig die „Strg“ und die „Minustaste“ auf dem Nummernblock.

Der kurze Bindestrich steht nie zwischen zwei Leerzeichen.
Wenn Sie daher beim Schreiben in Word nach einem Wort ein Leerzeichen und dann einen Bindestrich setzen, danach ein neues Wort schreiben und wieder ein Leerzeichen setzen, wird aus dem kurzen Bindestrich automatisch ein langer Gedankenstrich.