Kultur- und Projektfinanzierung über Crowfunding

Netzstruktur @Susanne Thoma

Crowdfunding ist eine alternative oder ergänzende Finanzierungsmöglichkeit für Produkte, Projekte oder auch Geschäftsideen, die vor allem der Kultur- und Kreativwirtschaft neue Wege eröffnet hat. Beim Crowdfunding finanzieren viele Menschen gemeinsam ein Projekt über das Internet. Bei erfolgreicher Finanzierung erhalten die ProjektunterstützerInnen (GeldgeberInnen) eine Gegenleistung, die verschiedene Formen annehmen kann, z.B. künstlerische Unikate, Medialeistung, Spendenquittung, individuelle Geschenke etc.


Die Kommunikation zwischen beiden Seiten wird über eine Plattform im Internet realisiert, über die die Geldnehmerin eine Aktion und die benötigte Mindestkapitalmenge veröffentlicht. Als Kapitalgeberin fungiert die anonyme Masse der geschäftsfähigen InternetnutzerInnen, die sich zumeist mit Kleinstbeträgen an der Aktion beteiligen. Mit dem Crowdfunding werden nicht nur neue Formen der Finanzierung z.B. für Kunstschaffende und Kreative geschaffen, sondern auch Kommunikationsmöglichkeiten zwischen (Kultur)-ProduzentInnen und dem Publikum.

Einen ersten großen Durchbruch erzielte das Crowdfunding 2006 durch die Plattform sellaband.com, die es MusikerInnen ermöglichte, ihr Album durch Fans vorfinanzieren zu lassen. Die 2009 in den USA gegründete Crowdfunding-Plattform kickstarter.com hat bislang über 5.000 Projekte erfolgreich finanziert.

Seit dem Start von deutschen Plattformen wie z.B. startnext.de im Herbst 2010 hat das Thema auch in Deutschland an Bedeutung gewonnen. Im April 2011 fand auf der re:publica11 in Berlin, einer Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft, die erste Crowdfunding-Konferenz „co:funding“ statt.