WZB-Präsidentin fordert Beratung und Weiterbildung zur Digitalisierung

Portrait Jutta Allmendinger

J. Allmendinger, @Inga Haar

Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), fordert in einem ZEIT-Artikel mehr Beratung und Weiterbildung, um die Folgen der Digitalisierung abzufedern.

Weite Teile der Arbeitnehmenden seien "gefangen in Angststarre". Wie Gesundheit sollte auch der Joberhalt und die Fähigkeit zur Erwerbstätigkeit als wertvolles Gut gesehen und auch so behandelt werden. In Zukunft werden Sicherheit und Joberhalt stärker von den Vorkehrungen der einzelnen Menschen abhängen. Hier sieht Allmendinger den Staat in der Pflicht. Staat und Arbeitgebende sollten die Menschen darin unterstützen. 

Sie fordert ein System der regelmäßigen, vorsorgenden Beratung, zu der die Menschen eingeladen werden ähnlich denen der Gesundheits-Check-Ups:"Warum gibt es Gesundheitsvorsorge, Altersvorsorge, aber keine Beschäftigungsvorsorge?"

Viele Menschen sorgten sich darum, eines Tages ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Allmendinger weist darauf hin, dass sie jedoch sehr unterschiedlich auf die diffuse Angst vor der Arbeitslosigkeit reagieren: Gut Ausgebildete mit großen Netzwerken seien aktiver, sie suchten oft von sich aus nach neuen Optionen und Möglichkeiten, sich zu verändern. Menschen mit niedriger oder mittlerer Bildung machen das viel weniger, auch weil sie weniger Unterstützung dafür erhalten.

Noch haben viele Niedrig- und Mittelqualifizierte gute und unbefristete Festanstellungen. Doch viele wüssten nicht, wie sie sich auf die bevorstehenden Umbrüche vorbereiten sollen, an wen sie sich wenden können. In den Unternehmen sollte der zukünftige Qualifikationsbedarf gesehen werden und an der Umstrukturierung gearbeitet werden. Hier sollten Weiterbildungen angeboten und vor allem Geld dafür eingesetzt werden.

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