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Nationaler Bildungsbericht 2020: Bildung in einer digitalsierten Welt

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Foto: kar0329 - Pixabay

Der alle zwei Jahre veröffentlichte Nationale Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2020“ informiert über Entwicklungen in sämtlichen Bildungsbereichen – von der frühkindlichen Bildung bis hin zur Weiterbildung/ Erwachsenenbildung.

Diesjähriges Schwerpunktkapitel „Bildung in einer digitalisierten Welt“

Da digitale Technologien mittlerweile ein selbstverständlicher Teil des alltäglichen Lebens geworden sind, verändern sie auch die Art und Weise, wie wir uns bilden. Die Bedeutung digitaler Möglichkeiten des Lehrens und Lernens wurde insbesondere während der Corona-Pandemie deutlich, als nahezu alle Bildungseinrichtungen geschlossen und auf zeit- und ortsunabhängige Lehr-Lern-Mittel angewiesen waren.

Sich in einer digitalisierten Gesellschaft zurechtzufinden, an dieser teilzuhaben und die eigene Biografie zu gestalten wird künftig entscheidend von digitalen Kompetenzen abhängen.

Laut Bildungsbericht verfügt über alle Bildungsbereiche hinweg ein beträchtlicher Teil der Kinder, Jugendlichen oder Erwachsenen bislang allenfalls über rudimentäre digitale Kompetenzen.

In der Freizeit verwenden immer mehr Bildungsteilnehmende digitale Medien zum (informellen) Lernen. Sie nutzen z.B. digitale Lernformate zur Wissensaneignung oder digitale Werkzeuge, um sich mit anderen über Lerninhalte auszutauschen. Ob aber digitale Medien in der Freizeit zur Information und Bildung genutzt werden, hängt auch von individuellen Merkmalen ab, etwa der sozialen Herkunft oder dem Alter. Umso mehr erfordert ein souveräner Umgang mit digitalen Medien zusätzliche Unterstützung durch professionelle Lehrpersonen.

Digitalisierung in der Hochschul- und Weiterbildung vergleichsweise weit vorangeschritten

Jedoch ist Lernen mit und über digitale Medien gerade in den allgemeinbildenden Schulen bislang eher die Ausnahme. Insbesondere in den Schulen, aber auch in der Kindertagesbetreuung fehlt es vielerorts noch an der technischen Ausstattung, um die Lehr-Lern-Gestaltung digital zu unterstützen und den Erwerb digitaler Kompetenzen zu ermöglichen.

Im Bericht wird neben dem Vorhandensein einer ausreichenden Infrastruktur noch wichtiger für den erfolgreichen Einsatz digitaler Medien gesehen, dass diese didaktisch sinnvoll, kritisch und reflektiert genutzt werden. Bislang werden sie oft nur zur Unterstützung traditioneller Lernformen (z.B. in Form digitaler Texte oder Präsentationen) und weniger für passgenaue, individuelle Förderung oder kooperatives Lernen eingesetzt.

Wie digitale Medien in der Lehre eingesetzt werden, hängt maßgeblich von der Grundhaltung des Personals und seinen pädagogischen und anwendungsbezogenen Kompetenzen ab.

Die eigenen Fähigkeiten, digitale Medien in einer Art und Weise einzusetzen, die über traditionelle Lernformen hinausgeht, werden von Lehrkräften tendenziell gering eingeschätzt. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Vermittlung von pädagogischem und anwendungsbezogenem Wissen über digitale Technologien in der Ausbildung bislang nur bei den Fachkräften der beruflichen Ausbildung eine größere Rolle spielt.

Häufig werden digitale Kompetenzen informell erworben, etwa durch Selbststudium oder im kollegialen Austausch

Interne und externe Fortbildungen werden tendenziell – teils auch mangels entsprechender Angebote oder anderer Prioritäten der Einrichtungsleitungen– seltener wahrgenommen. Doch: Digitale Medien lassen sich nur dann nachhaltig in das Lehr-Lern-Geschehen integrieren, wenn neben einer besseren technischen Infrastruktur auch verstärkt in die Qualifizierung der Lehrenden investiert wird.

Nötig sind: Politische Rahmenbedingungen und die Weiterentwicklung der organisatorischen Abläufe in Bildungseinrichtungen selbst

Digitale Technologien können nur dann erfolgreich verankert werden, wenn möglichst das gesamte Lehrpersonal in den Prozess eingebunden ist. Ziel sollte sein, Aspekte der Technik, der (Weiter-)Qualifizierung und der Lehr-Lern-Entwicklung in einem übergreifenden Medienkonzept zusammenzuführen und gemeinsam fortlaufend weiterzuentwickeln.

Mehr zum 28-seitigen Nationalen Bildungsbericht: Sie können den Bericht hier als PDF-Dokument ansehen oder herunterladen.